Termine & Programm

100 Jahre PHILOMENA FRANZ

„Wenn wir hassen, verlieren wir. Wenn wir lieben, werden wir reich.“

Gottesdienst – Tagung – Konzert

Dreifach wollen wir uns an die Öffentlichkeit wenden, an die Rösrather Stadtgesellschaft, an alle, die sich von Kultur ansprechen lassen sowie an die Wissenschaft, die über Sinti und Roma forscht, getragen von der Erkenntnis, dass Geschichte immer Gegenwart ist.

Anlässlich des 100. Geburtstages der Autorin und Zeitzeugin Philomena Franz, die viele Jahre in Rösrath lebte und nun in Bergisch Gladbach wohnt, soll unsere Mitbürgerin mit drei Veranstaltungen in die Mitte der Rösrather Stadtgesellschaft geholt werden. Das nach ihr benannte Forum möchte zugleich den Bürgerinnen und Bürgern der Bundesrepublik zurufen: Auschwitz bleibt in uns; es ist – wie Bundeskanzlerin Merkel und auch Bundespräsident Steinmeier immer wieder sagten – „Teil unserer nationalen Identität“. Philomena Franz, eine deutsche Sintiza, ist nicht nur lebendiges Mitglied des deutschen Volkes, sondern auch der katholischen Kirche und vor allem ein liebender Mensch. Ihr zitiertes Lebensmotto steht über allen Veranstaltungen des Forums.

Folgendes Programm ist geplant:

TAG 1:

POETISCHES NACHTGEBET in Sankt Servatius am 20. Juli 2022 um 19 Uhr in Rösrath-Hoffnungsthal

anlässlich des hundertsten Geburtstages von Philomena Franz,

die das KZ Auschwitz überlebte, überliebte

Pastor Franz Gerards öffnet am Vorabend des hundertsten Geburtstages von Philomena Franz, am 20. Juli 2022 um 19 Uhr die Tore der 1954 erbauten Kirche Sankt Servatius in Rösrath-Hoffnungsthal, Gartenstraße 13 zu Ehren unserer Mitbürgerin, um mit ihr, Freunden und Verwandten und vielen Rösratherinnen und Rösrathern einen Dank- und Fest-Gottesdienst zu feiern. Zugleich soll an die acht Familienmitglieder von Frau Franz erinnert werden, die nicht wie sie das KZ Auschwitz und andere Vernichtungslager überlebten – so wie 500.000 Sinti und Roma. Pfarrer Thomas Rusch von der evangelischen Gemeinde Volberg, Forsbach, Rösrath wird das erste Poetische Nachtgebet mitgestalten und zusammen mit Pastor Gerards predigen: Eine erste Doppelpredigt der beiden Seelsorger.

Prolog

Gedicht „Todesfuge“ von Paul Celan, geb. 1920 in Czernowitz, gest. 1970 in Paris

(Matthias Buth)

Orgel-Improvisationen

(Boris Berns)

Einführung in das Poetische Nachgebet durch Pastor Franz Gerards und Pfarrer Thomas Rusch

Gebet

Psalm 22

(Pfarrer Thomas Rusch)

Lied

„Lobet den Herren, was in mir ist, lobe den Namen.

Alles was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen

Gedicht

„Gebet“

 von Else Lasker-Schüler, geb. 1869 in Elberfeld, gest. 1945 in Jerusalem

 (Matthias Buth)

Doppelpredigt

(Pastor Franz Gerards – Pfarrer Thomas Rusch)

Orgelimprovisationen

(Boris Berns)

 „Zwischen Liebe und Hass“

 Auszüge aus dem Lebensbericht von Philomena Franz

 (Larissa Niesen)

Zwischenspiel

  • Romeo Franz, Geige und Sascha Köhler, Gitarre
  • Wiegala / Wiegenlied von Ilse Weber (1903-1944), Ruth Theresa Fiedler, Sopran

Fürbitten und Gedächtnis der Toten

 (Matthias Buth)

Orgelspiel  

„Jesus bleibet meine Freude“ von Johann Sebastian Bach, BWV 147

(Boris Berns)

Gedichte

„Lieder zur Ermutigung I bis III“ und „Nur eine Rose als Stütze“

 von Hilde Domin, geb. 1909 in Köln, gest. 2006 in Heidelberg

(Ruth Theresa Fiedler)

Dankesworte von Philomena Franz

gesprochen in Deutsch und Romanes

Segen durch beide Seelsorger

Lied zum Abschluss

„Großer Gott wir loben Dich“

Anschließend:

Steh-Empfang mit Wein, Bier und Wasser vor der Kirche auf Einladung von Pastor Franz Gerards

Tag 2:

Wissenschaftliche Tagung am 21. Juli 2022 ab 10 Uhr Bergischer Saal Schloss Eulenbroich,  Rösrath

Die Kultur und Geschichte der Sinti sind in Deutschland und in vielen Staaten Europas wenig erforscht. Meist wird der wissenschaftliche Focus auf Verfolgung und Genozid gelegt, dabei sind die Sinti schon vor 600 Jahren aus Indien nach Europa eingewandert und haben wie Roma, die vor etwa 250 Jahren kamen, kulturell gewirkt. Die Volksgruppen von Sinti und Roma wohnen in zahlreichen Staaten der EU und werden jedoch wissenschaftlich und gesellschaftlich nicht angemessen wahrgenommen. Mit dieser Tagung soll das kulturgeschichtliche Spektrum erkennbar werden. Die Kulturen der Sinti und Roma gehören nicht nur zu Deutschland, sie ein integraler Teil und bereichern seit Jahrhunderten auch die Nationalkulturen vieler europäischer Länder.

Programm in Schloss Eulenbroich ab 10 Uhr

  • Begrüßung 

Dr. Matthias Buth

  • Statement der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

Claudia Roth, MdB, Kulturstaatsministerin beim Bundeskanzler, Berlin (leider abgesagt)

  • Statement aus dem Europäischen Parlament

Romeo Franz, Mitglied des Europäischen Parlaments, Brüssel/Straßburg

  • Statement des Antiziganismus-Beauftragten der Bundesregierung

Dr. Mehmet Gürcan Daimagüler, Berlin

  • Die Situation von Sinti und Roma in Deutschland und Europa

Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg

  • Sar dikhen amen – Wie sie uns sehen

Gilda-Nancy Horvath, Deutsche Welle Europa, Berlin/Wien

  • Resonanzräume: Zeugenschaft von Sinti und Roma nach dem Völkermord

Dr. Frank Reuter, Forschungsstelle Antiziganismus der Universität Heidelberg

  • `Zigeuner` und Juden als Grenzfiguren des Deutschen in Literatur und Geschichtswissenschaft

Prof. Dr. Iulia-Karin Patrut, Europa-Universität Flensburg

  • Die Apfelblüte ist weiblich, weil sie wunderbar ist. Sintizze und ihr traditionelles Verhältnis zur Natur

Dr. Sidonia Bauer, Universität zu Köln

  • Selbstwahrnehmung im Werk von Philomena Franz und in der Literatur von Sinti und Roma

Deike Wilhelm, MA, München

  • Romane und Gedichte über den Holocaust in der Literatur der deutschsprachigen Länder – Bekennen und Verschweigen

PD Dr. Torsten Voss, Bergische Universität Wuppertal

  • Sinti und Roma: Die `Zigeuner` im Film

Prof. Dr. Matthias Bauer, Europa-Universität Flensburg

  • Sprache(n) der Gewalt und der Liebe in Zeiten eines neuen Krieges

Dr. Lisa Wolfson, Ruhr-Universität Bochum

Ab 20 Uhr Konzert im Schloss Eulenbroich

Das international bekannte Sinti-Jazz-Quartett Romeo-Franz-Ensemble wird zu Ehren von Philomena Franz ein swingendes Konzert geben im Bergischen Saal von Schloss Eulenbroich. Zuvor wird die Jubilarin im Gespräch mit Matthias Buth aus ihrem Leben erzählen.

Anlässlich der Tagung wird die kulturwissenschaftliche Anthologie „Der Himmel über Philomena / Auschwitz sieht uns an“ erscheinen im Pop Verlag, Ludwigsburg, als Band 1 der Philomena-Edition des Forums.

                                    

KooperationspartnerInnen des Philomena-Franz-Forums sind

UnterstützerInnen und Sponsoren des Philomena-Franz-Forums sind

  • Landschaftsverband Rheinland – LVR- Köln (bewilligt)
  • Erich-Bethe-Stiftung (bewilligt)
  • Kultur und Umweltstiftung der Kreissparkasse Köln (in Aussicht gestellt)
  • private SpenderInnen

Wir freuen uns auch über Ihre Zuwendung! Spendenkonto Philomena-Franz-Forum: Kreissparkasse Köln – IBAN: DE04 37050299 0326565973

hier geht es zur online Anmeldung für die Veranstaltungen

Das Philomena Franz Forum grüßt Sie herzlich!

Matthias Buth, 8. Mai 2022